Nagelbinder-Preisliste berechnen

Wenn ein neuer Dachstuhl geplant ist – z.B. bei Neubauten oder bei der Erneuerung eines alten Dachstuhls –, spielen viele Kostenfaktoren eine Rolle. Daher ist es leider nicht möglich, den Preis online einzuschätzen. Da der Dachstuhl einer der anspruchsvollsten Teile des Hauses ist und man bei guter Planung einiges an Kosten einsparen kann, ist aber genau das vielen wichtig.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles über Kostenfaktoren und wie der Dachstuhlpreis berechnet werden kann, um eine eigene, individuelle Nagelbinder-Preisliste zu erhalten.

Nagelbinder-Preisliste: Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Obwohl die Nagelbinder-Kosten nicht pauschal errechnet werden können, ist eine Voreinschätzung für die meisten unerlässlich. Aus diesem Grund kann man sich auch nach Richtwerten orientieren, die eine ungefähre Vorstellung der Nagelbinder-Preise geben.

Um einen solchen Richtwert zu nennen, nehmen wir das Beispiel eines Satteldachs:

In der Standard-Ausführung reichen die Kosten oft von 55 € pro m2 bis 65 € pro m2. Bezieht man die Möglichkeit ein, auch ein anderes Dach zu bauen, beispielsweise ein teureres Mansarddach, dann können Sie durchaus mit Kosten von bis zu 95 € pro m2 rechnen.

Natürlich werden die Kosten stark von vielen weiteren Faktoren beeinflusst (z.B. Sonderausstattungen oder Erker), die im Weiteren genannt werden und dabei helfen sollen, den individuellen Nagelbinder-Preis zu berechnen bzw. einzuschätzen.

Die wichtigsten Kostenfaktoren für Nagelbinder

Folgende Punkte sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie Ihren individuellen Nagelbinder-Dachstuhlpreis einschätzen wollen:

Dachform bzw. Art des Dachstuhls

Einer der größten Kostenfaktoren ist die Art des Dachstuhls. Es gibt günstige Ausführungen (z.B. Flachdächer) und solche, die im oberen Preissegment liegen. Zu letzterem zählen beispielsweise Walmdächer, da diese am Giebel über zusätzliche Dachflächen verfügen und dementsprechend mehr Material-, Planungs- und Konstruktionsaufwand mit sich bringen. Damit kann ein Walmdach oder ein Mansarddach ca. 50% mehr kosten als Dacharten im unteren Preissegment.

Allerdings kann es sich trotzdem lohnen, sich aufwändigere Dächer zu leisten. So kann man ein Walmdach beispielsweise zu einem Krüppelwalmdach verkürzen, wodurch die Kosten deutlich sinken, die Tragkraft und weitere Vorteile aber noch immer gegeben sind.

Dachneigung

Je höher die Dachneigung ist, desto größer ist die Dachfläche, die gedeckt werden muss – und desto höher sind natürlich die Kosten. Auch Dachüberstände erhöhen die Kosten, da diese mit einem größeren Materialaufwand verbunden sind.

Für eine vorläufige Kosteneinschätzung können Sie das Material der Dachdeckung bestimmen und die Dachfläche berechnen.

Beispiel:

Satteldach

Dachneigung: x°
Dachfläche: Länge x Breite (+ etwaige Dachüberstände mit einbeziehen)

Multiplizieren Sie die Dachfläche mit dem Faktor 1.3054. Achtung: Bei mehr als 40° Neigungswinkel ändert sich dieser Faktor.

Holzart

Für den Bau eines Dachstuhls sind nur wenige Holzarten geeignet. Je nach voraussichtlicher Beanspruchung der Konstruktion wird eine der folgenden Nadelholzarten verwendet:

  • Kiefer
  • Tanne
  • Lärche
  • Fichte

Zumeist wird Fichten- oder Kiefernholz verwendet. Nadelhölzer können gut verarbeitet werden, sind verhältnismäßig leicht und sehr stabil. Je nach Holzart können sich die Kosten ein wenig ändern.

Mit höheren Preisen müssen Sie rechnen, wenn Sie besonderes Holz wie KVH Si (Konstruktionsvollholz für den sichtbaren Bereich) oder BSH (Brettschichtholz) bevorzugen. KVH Si ist ein Holz, das aus keilverzinkten Schichten aufgebaut und extrem robust ist. BSH ist noch stabiler, fällt in der Nagelbinder-Preisliste aber auch noch einmal deutlich teurer aus.

Eindeckung

Bei der Eindeckung wird zwischen harter und weicher Bedachung unterschieden. Weiche Materialien werden dabei zumeist als Dachhaut verwendet, die harten Dachdeckungen auf die Dachhaut gedeckt.

Zu den weichen Eindeckungen gehört beispielsweise das Reetdach, zu den harten Eindeckungen gehören unter anderem folgende:

  • Metall-Dachpfannen: ähneln optisch dem Ziegeldach, sind aber kostengünstiger und schneller gedeckt
  • Mehrkammerplatten: Diese bestehen aus Kunststoff mit Luftkammern und sind dementsprechend leicht. Optimal für Pergola oder Carport.
  • Bitumenschindeln: Für Pergola oder Garage sind diese eine kostengünstige und einfach zu legende Option, die lange hält.
  • Trapezbleche: in vielen Farben erhältlich und daher optisch anpassbar. Eignen sich für Carport, Garagen, Vordächer und Wandverkleidungen.
  • Wellblech: Günstig, modern und schnell installiert, eignen sich diese perfekt für Wohnhäuser oder Hallen.
  • Biberschwanzziegel: klassisch, edel und deutlich im oberen Preissegment. Werden eher selten für Neueindeckung verwendet, sondern eher für Sanierungen. Optisch ein Hingucker.
  • Aluminiumschindeln: wartungsfrei, wetterfest und extrem stabil. Da sie extrem leicht sind, eignen sie sich nicht nur für Dächer, sondern auch für Fassaden. Allerdings keine Option für umweltbewusste Bauunternehmer.
  • Naturschiefer: Auch Naturschiefer eignet sich aufgrund der Langlebigkeit für Fassaden. Optisch ist der Naturstein ein Plus.

Sonderformen

Planen Sie Sonderformen, sollten Sie eine kostenlose und unverbindliche Beratung bei einem Fachmann einholen. So haben Sie sofort alle Kostenfaktoren im Blick und bekommen konkrete Preise für Nagelbinder genannt.

Weitere Kostenfaktoren

Natürlich kommen zu den reinen Nagelplattenbinder-Kosten auch noch Nebenkosten für die gesamte Errichtung des Dachstuhls hinzu. Gerade bei Sonderausstattungen können die Preise dann deutlich höher ausfallen. Folgende weitere Kostenfaktoren sollten Sie im Blick behalten, um eine realistische Kosteneinschätzung vornehmen zu können:

  • Sonderausstattungen: Austritte, Erker oder Gauben, Dachfenster, spezielle Dachgeometrien wie Zwerchdach o.ä.
  • Große Dachüberstände bzw. Größe des Dachs
  • Statische Anforderungen: Bei besonders hohen Lasten sind dementsprechend stabile Konstruktionen gefragt. Diese fallen gerade bei hohen Schnee- oder Windlasten sowie bei hohen Niederschlagsmengen an.

Beispiele für Sonderausstattungen:

Austritt
Erker
Gaube

Wichtig: Die Einschätzung der Dachbinder-Preise ist nur dann zuverlässig, wenn die Planung und die Berechnung abgeschlossen sind. Zudem muss die Konstruktionszeichnung fertiggestellt und die Holzart, die verwendet wird, ausgewählt sein.

Dachbinder-Preise: Welche Dachbinder sind preis-leistungstechnisch am besten?

Jede Dachart eignet sich für bestimmte Zwecke am besten. So ist das Mansarddach beispielsweise eine gute Wahl, wenn Sie den Dachstuhl ausbauen möchten. Allerdings kann ein Mansarddach teurer ausfallen als andere Dachstuhlarten. Welche Dachbinder sich für Sie am ehesten lohnen, zeigen wir Ihnen jetzt.

Satteldach – der Klassiker

In Deutschland ist das pflegeleichte Satteldach ein beliebter Allrounder. Grund dafür ist, dass es recht günstig ist und dazu schnell und leicht zu konstruieren. Zudem ermöglicht es bei einem Dachausbau viel zusätzliche Wohn- und Nutzfläche.

Das Satteldach ist variabel anpassbar und bietet individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise ist es kein Problem, dieses bei hohen Niederschlägen steiler oder bei hoher Schneelast flacher auszuführen. Bei höherer Dachneigung ab 35° hält es auch hoher Windlast problemlos stand. Als Schleppdach kann es Unterstand für ein Fahrzeug bieten, als Zwerchdach mehr Wohnraum ohne Dachschrägen zur Verfügung stellen.

Kosten: Mit ca. 60 € pro m2 gehören die Satteldachbinder-Preise zu den kostengünstigsten Dachstuhl-Optionen. Allerdings müssen Sie dabei beachten, dass auch bei der Eindeckung verschiedene Faktoren mit hineinspielen und die Kosten stark variieren können. Hier können die reinen Materialkosten 10 € pro m2, aber auch gut und gerne 80 € pro m2 betragen.

Beispiel-Kostenaufstellung:

LeistungPreis
Dachfläche280 m²
Satteldach Materialkosten2.000 Euro
Eindeckung2.000 Euro
Wärmedämmung2.000 Euro
Gesamtkosten2.000 Euro
Gesamtkosten pro m260 Euro

Walmdach – Stabilität mit Kostenfaktor

Wenn Sie eine besonders stabile Dachart im Sinn haben, ist das Walmdach eine Option.

Da für dieses deutlich mehr Holz verwendet wird, ist es robuster als zum Beispiel ein Satteldach und sorgt für eine hohe Tragkraft.

Aufgrund des erhöhten Material-, Konstruktions- und Planungsaufwandes sind dementsprechend auch die Kosten höher. So dürfen Sie für den Dachstuhl eines Walmdachs durchaus mit 80 € pro m2 rechnen. Auch die Dämm- und Eindeckungskosten sind 40% bis 50% höher als bei den günstigeren Dacharten

Beispiel-Kostenaufstellung:

LeistungPreis
Dachfläche280 m²
Walmdach Materialkosten2.000 Euro
Eindeckung2.000 Euro
Wärmedämmung2.000 Euro
Gesamtkosten2.000 Euro
Gesamtkosten pro m260 Euro

Mansarddach – für den gelungenen Dachausbau

Wenn Sie die Dachfläche zu größtmöglich nutzbarem Wohnraum ausbauen möchten, dann ist das Mansarddach eine gute Wahl. Allerdings sind hier individuelle Gestaltungsmöglichkeiten nur schwer umsetzbar. Zudem ist das Mansarddach genauso wie das Flachdach sehr wartungsintensiv: Da die Dachfläche einen schwer abzudichtenden Knick aufweist, ist dieses feuchtigkeitsanfällig.

Kosten: Mit ca. 60 € pro m2 gehören die Satteldachbinder-Preise zu den kostengünstigsten Dachstuhl-Optionen. Allerdings müssen Sie dabei beachten, dass auch bei der Eindeckung verschiedene Faktoren mit hineinspielen und die Kosten stark variieren können. Hier können die reinen Materialkosten 10 € pro m2, aber auch gut und gerne 80 € pro m2 betragen.

Beispiel-Kostenaufstellung:

LeistungPreis
Dachfläche280 m²
Mansarddach Materialkosten2.000 Euro
Eindeckung2.000 Euro
Wärmedämmung2.000 Euro
Gesamtkosten2.000 Euro
Gesamtkosten pro m260 Euro

Pultdach – die kostensparende Lösung

Das Pultdach mit seiner einseitigen schrägen Dachfläche erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das „halbe Satteldach“ gehört zu den günstigen Optionen: Die Kosten für die Errichtung des Dachstuhls mit Pultdachbindern liegen oft sogar unter 50 € pro m2. Auch die Eindeckung ist rund ein Drittel günstiger als bei anderen Dachformen.

Vorteil: Da nicht beide Seiten abgeschrägt sind, ist das darunterliegende Geschoss zumeist hervorragend als Wohnfläche geeignet.

Beispiel-Kostenaufstellung:

LeistungPreis
Dachfläche280 m²
Pultdach Materialkosten2.000 Euro
Eindeckung2.000 Euro
Wärmedämmung2.000 Euro
Gesamtkosten2.000 Euro
Gesamtkosten pro m260 Euro

Flachdach – geringer Preis und hoher Pflegeaufwand

Haben Sie im Auge, ein Flachdach zu bauen, sollten Sie beachten, dass mit den geringen Errichtungskosten auch ein großer Wartungsaufwand einhergeht. Im Gegensatz zum Satteldach läuft das Wasser hier nämlich nur sehr schwer ab, wodurch häufige Instandhaltungsarbeiten notwendig werden.

Kosten: ca. 45 € pro m2 für die Errichtung und ca. 10 € pro m2 für die Abdichtung. Die Abdichtung ist damit günstiger als bei Steildächern, ist dafür aber auch pflegeintensiver und muss häufiger erneuert werden.

Beispiel-Kostenaufstellung:

LeistungPreis
Dachfläche280 m²
Flachdach Materialkosten2.000 Euro
Eindeckung2.000 Euro
Wärmedämmung2.000 Euro
Gesamtkosten2.000 Euro
Gesamtkosten pro m260 Euro

So können Sie den Nagelbinder-Preis berechnen: Nagelbinder-Preisliste und Kostenbeispiel

Da es so viele unterschiedliche Konstruktionsmöglichkeiten gibt, kann die Frage nach den Nagelbinder-Dachstuhlkosten nicht pauschal beantwortet werden. Denn je nach Wetterlage, Dachstuhlform, Traglast, Material und Planung variieren die Kosten deutlich.

Um Ihnen die ungefähre Vorstellung einer Nagelbinder-Preisliste zu geben, können die Kosten allerdings eingegrenzt werden. Diese rangieren bei Standardausführungen fast immer zwischen 54 € pro m2 und 90 € pro m2.

Achtung: Bei Sonderformen, komplizierten Ausführungen oder aufwändiger Konstruktion können die Preise höher ausfallen.

Kostenbeispiel:

Wir haben ein Mansarddach von 165 m2 in Auftrag. Der Dachraum soll dabei als Wohnraum genutzt werden, wodurch auch eine Wärmedämmung geplant ist. Die Arbeits- und Materialkosten sehen dabei wie folgt aus:

LeistungPreis
Dachfläche165 m²
Materialkosten Dachstuhl2.000 Euro
Materialkosten Eindeckung2.000 Euro
Arbeitsleistung (Anbringen der Dachlattung / Wärmedämmung)2.000 Euro
Gesamtkosten2.000 Euro
Gesamtkosten pro m275 Euro

Hinweis: Die oben angeführten Kosten beziehen sich ausschließlich auf dieses konkrete Einzelbeispiel. Andere Nagelbinder-Preislisten müssen jeweils eigens berechnet werden, da sie stark variieren können. Auch können in der Praxis Nebenkosten anfallen, beispielsweise durch Gerüstaufbau.

Sie planen den Ausbau Ihres Daches oder möchten einen neuen Dachstuhl errichten? Wir berechnen Ihnen die Kosten gerne – schnell und unverbindlich. Kontaktieren Sie uns einfach unter info@ihb-beyer.de oder unter +49 (36648) 438 0.

Nagelbinder: Preisliste und Kosteneinschätzungen selbst vornehmen

In unserem Ratgeber wurde ersichtlich, wie viele Faktoren bei der Berechnung einer individuellen Nagelbinder-Preisliste miteinbezogen werden müssen, um eine realistische Kosteneinschätzung zu erhalten. Diese Kosten sind, wenn alle Faktoren bekannt sind, recht einfach zu berechnen.

Da sich die Kosten aber durch unterschiedliche Bauweisen und Flächennutzung immer wieder relativieren, ist es empfehlenswert, die Gesamtkosten von einem Profi berechnen zu lassen und damit eine genaue Kosteneinschätzung zu erhalten.

FAQs – Wichtige Fragen kurz beantwortet

Was kosten Nagelplattenbinder?

Nagelplattenbinder gehen mit unterschiedlichen Kostenfaktoren (z.B. Schneelastzone, Spannweite, Binderabstand, Art des Daches) einher. Daher müssen die Preise individuell berechnet werden und können nicht pauschal genannt werden. Zur Orientierung können aber folgende Preise genannt werden:
 
Satteldach – ca. 60 € pro m2
Pultdach – ca. 55 € pro m2
Mansarddach – ca. 80 € pro m2

Wie viel kostet ein Dachstuhl?

Zur Berechnung des Dachstuhls müssen mehrere Faktoren miteinberechnet werden, z.B.
 
●    der Dachstuhl selbst
●    Wärmedämmung bei zusätzlichem, heizbaren Wohnraum
●    Dachdeckung
 
So fallen die Kosten für ein Satteldach eher geringer (ca. 175 € m2), die Kosten für ein Mansarddach eher höher (ca. 195 € pro m2) aus.

Welche Rolle spielt die Dachneigung für den Preis?

Je höher die Dachneigung ist, desto größer fällt die Dachfläche aus, die gedeckt werden soll. Dementsprechend erhöht sich der Preis mit dem Grad der Dachneigung.